Riesentorlauf des Landkreises Regensburg

 

Theresa und Thomas von der Bischof-Wittmann-Schule berichten über die Weltsommerspiele von Special Olympics in Shanghai

"Na und! ..... niemand ist perfekt" unter diesem Motto beschäftigen sich die 10. Klassen des Anton Bruckner Gymnasiums jedes Jahr mit Menschen mit Behinderung. Studienrat Johann Lummer begleitet das Projekt seit Jahren und in diesem Jahr stand das Thema "Sport ohne Grenzen" im Vordergrund. Am Mittwoch besuchten Lehrer, Eltern und Schüler der Bischof-Wittmann-Schule Regensburg das Straubinger Gymnasium. Die Regensburger Schule konnte mit zwei Medaillengewinnern bei den Special Olympics aufwarten, die sie im Oktober 2007 in Shanghai gewannen. Die Schirmherrschaft der Projekttage übernahm Ina Stein, Landesvorsitzende von Special Olympics Bayern, die 2004 ins Leben gerufen.                                                           

Die Projekttage sehen einen Tag der Begegnung in verschiedene Einrichtungen und einen Tag der Reflexionen vor. Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, waren am Dienstag im Institut für Hörgeschädigte, in der Papst-Benedikt-Schule, der Bildungsstätte St. Wolfgang, der Werkstätte für behinderte Menschen St. Josef und der Werkstätte und Förderstätte der Barmherzigen Brüder, zu Gast. Die einzelnen Gruppen stellten am Mittwoch zunächst in einer kurzen Präsentation ihre Eindrücke in den verschiedenen Einrichtungen vor.

Die Projekttage seien eine Veranstaltung, die am Anton-Bruckner-Gymnasium schon Tradition habe, beschrieb Direktor Werner Schäfer diese besonders wichtige Veranstaltung. 

Schirmherrin Ina Stein erläuterte die Organisation von Special Olympics und den Unterschied zu den wohl bekannteren Paralympics, in denen Menschen mit körperlichen Behinderungen um Platzierungen kämpfen. Bei den Special Olympics spreche man nicht von Wettkampf, sondern von Wettbewerb, wurde Stein deutlich. Menschen mit geistiger Behinderung würden oft verkannt, obwohl bei entsprechender Förderung besondere Fähigkeiten zum Vorschein kommen. Der Verband dürfe als einziger mit offizieller Erlaubnis vom IOC das Wort Olympics in seinem Namen verwenden, wies Stein mit berechtigtem Stolz hin. Bei den Special Olympics könne man darstellen, welche Grenzen alleine schon durch die Teilnahme überwunden wurden.

Special Olympics wurde von 40 Jahren in Amerika ins Leben gerufen, und die Schwester von J.F. Kennedy, mit einer geistig behinderten Tochter, habe Wettbewerbe organisiert, wies Stein auf die Anfänge hin. Die Caritas habe diese Bewegung nach Deutschland in die Behindertenverbände aber auch in die Sportverbände gebracht. Der olympische Gedanke "dabei sein ist alles" werde bei Special Olympics auch gelebt. Man könne davon ausgehen, dass die Teilnehmer nicht gedopt sind. Die Einteilung bei den Wettbewerben erfolge in homogene Leistungsgruppen, in der jeder eine reelle Chance in seinem Sport hat. Nicht nur die Gewinner bekommen eine Medaille, sondern alle Teilnehmer, da es viel Mut einfordere an einer derart großen Veranstaltung teilzunehmen. Es gebe aber auch deutsche Spiele in olympischer Manier, erläuterte Ina Stein. Bewegung sei wichtig und Menschen mit geistiger Behinderung stünden Fitnessstudios oder Joggen durch den Wald nicht ohne weiteres offen. Es gebe eine Reihe von prominenten Unterstützern, listete Stein auf, wobei sich die Finanzierung nach wie vor schwierig gestalte.

In diesem Jahr fand man mit der Bischof-Wittmann-Schule (BWS) aus Regensburg, die zwei Medaillengewinnern von Shanghai mitgebracht habe, einen tollen Partner für die Projekttage zeigte sich Johann Lummer erfreut. Theresa Scherz habe im 25 Meter Freistil die Goldmedaille geholt. Thomas Hübner sicherte sich eine Silber- sowie eine Bronzemedaille bei den Special Olympics vom 2. bis 11. Oktober 2007 in Shanghai.

In fünf Gesprächsgruppen standen Schüler, Sportler, Lehrer und Eltern als Gesprächspartner für die ABG Schüler zur Verfügung. So erzählte eine Mutter vom doch schwierigen Alltag, der Gratwanderung bei der Erziehung, aber auch bei der bei jungen Leuten angesagten Elektronik. Sie wundere sich immer wieder, erläuterte die Mutter, dass ihre geistig behinderte Tochter ihr Handy mühelos beherrsche.

In einer Abschlussrunde gaben die Sportler, mit Unterstützung von Ulrike Schön-Nowotny und Georg Velser einen Einblick in ihr Erleben der Special Olympics . Ganz stolz präsentierten die beiden Sportler, die sicherlich Großartiges geleistet haben, ihre glänzenden Medaillen.             

 

 

Direktor Werner Schäfer mit Ina Stein, Schülern, 
Eltern und Betreuern der Bischof-Wittmann-Schule 
und Kollegen des Anton-Bruckner-Gymnasiums Straubing

Elisabeth Ammer , Straubinger Tagblatt, Ulrike Schön-Nowotny