Einweihung des Erweiterungsbaus der Heilpädagogischen Tagesstätte
der Bischof-Wittmann-Schule der KJF

Begrüßungsworte des Schul- und Einrichtungsleiter

 

liebe Kinder und Jugendliche,
liebe Kollegen und Kolleginnen,
liebe Eltern,
liebe Gäste,

Heute ist für die Bischof-Wittmann-Schule ein ganz besonderer Tag auf den wir mehr als zwanzig Jahre gewartet haben. Diese Zeitspanne ist für die zur Zeit 198 Kinderherzen unvorstellbar lang: Für uns – große und kleine Leute - ist ein Märchen wahr geworden. Wir ziehen in ein neues Haus ein, das allen unseren Schülern offen steht: in ein Haus des Lernens und Lebens. Wie das Elternhaus oder das Gotteshaus ist dieses neue wundervolle Haus für uns lebensbedeutsam. In den zusammen fünfzehn Kindergarten- und Schuljahren wird es vielen zu einer zweiten Heimat werden.

So eine Einweihung ist zuerst eine Danksagung an alle, die an der Fertigstellung mitgewirkt und uns, biblisch gesprochen, eine Wohnung bereitet haben. Mit den Fahnen, die unsere Kinder bei der Prozession geschwenkt haben, versinnbildlichen sie im feierlichen Umzug die angesprochene Danksagung und die Bittsagung an die verantwortlichen Ämter, Träger und Personen: „Schenkt uns auch noch ein saniertes und erweitertes Schulhaus. Wir brauchen es dringend und wir sind dankbare Bewohner.“

Von ihrer Gründung an im Jahr 1965 über den Einzug in unser Schulhaus 1973 bis heute am 10. Oktober 2010 war die Bischof-Wittmann-Schule immer eine Bildungsstätte der Teilhabe und der Inklusion. Im Sinne der christlichen Caritas verwirklichen wir im Stammhaus der Bischof-Wittmann-Schule Kooperation und Integration, seit 2001 führen wir vier Außenklassen an drei Grundschulen und an einer weiterführenden Schule und die Katholische Jugendfürsorge als unser Schulträger hat über die mehr als vier Jahrzehnte hinweg Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung aus weltweiten Herkunftsländern aufgenommen.

Diese gemeinsame Lebensgestaltung von Kindern aus Bayern und Deutschland mit Kindern aus Herkunftsländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union und aus anderen Erdteilen haben wir stets im Sinne der Völkerverständigung verwirklicht. Mit den Fahnen der vielen Staaten aus denen unsere Kinder kommen in der Kreisanordnung sagen wir mit dem religiösen Kinderlied. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Nehmen Sie sich Zeit, betrachten sie die 33 Flaggen und als 34. und 35. Fahne die Friedensfahne und die Flagge des Staates Fantasia, die sich unser Schüler Tobias Schlosser ausgedacht hat. Gehen Sie auf eine Traumreise. Sie finden Staaten wie die Dominikanische Republik, Südkorea, Mauritius, Lybien, Kongo, Nigeria, Brasilien, Vietnam, Kuwait, Syrien, Kirgisistan usw. Ich wünsche Ihnen die Muse, alle Flaggen dem Herkunftsland zuordnen zu können und so einen ersten Schritt in die Lebens- und Lernbiografie unserer Schüler und Mitarbeiter zu tun. Unsere Aufgabe ist, um es in den Worten von Peter Handke auszudrücken: „Gutes über sie denkend – nahm ich sie in Schutz.“ In diesem Sinnverständnis darf die Dienstgemeinschaft der Bischof-Wittmann-Schule unseren Schülern in den zugänglichen Lebenswelten das Leben lehren – was für eine erfüllende Aufgabe.

Aus Zeitgründen kann ich leider keinen thematischen Bezug zur Literaturnobelpreisträgerin und zum Friedensnobelpreisträger 2010 herstellen.

Ich hole Sie aus den Träumen über eine friedlich vereinte Welt zurück in unsere Schulgemeinde, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und darf die Kinder bitten, zurück in die Klassen zu gehen. Die geladene Festgemeinschaft bitte ich die Schwelle zu überschreiten und in unser neues Haus einzutreten.

 L. Faltermeier